Die meisten Irrtümer über Ephesos sind keine Erfindungen. Es sind ältere Befunde, die die Ausgräber seither revidiert haben, mündliche Überlieferungen, die als Geschichte weitererzählt wurden, oder die Schätzung eines einzelnen Gelehrten, die durch bloßes Abschreiben zur festen Zahl erstarrte. Kein Buch und keine Website wird hier genannt, denn es geht um die Belege, nicht darum, wer den Fehler zuerst wiederholte. Jede Korrektur stützt sich auf mindestens zwei unabhängige Quellen, aufgeführt unten in den Quellenangaben, nach den Regeln dieser Seite.

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Das Große Theater und die untere Stadt

Wie viele Zuschauer fasste das Große Theater?

Nach der Zahl der Ausgräber selbst rund 20.000. Amtliche Stellen und viele Reiseführer nennen bis heute 24.000, und auch 25.000 ist verbreitet1. Die Ausgräberzahl beschreibt den Bau nach seiner römischen Erweiterung, als der Zuschauerraum fast 150 m im Durchmesser maß und damit zu den größten Theatern im römischen Kleinasien zählte2. Eine aufgerundete Besucherzahl hat dieses Theater nicht nötig.

Baute Lysimachos das Theater?

Nach dem heutigen Grabungsstand eher nicht. Die österreichische Publikation setzt den Baubeginn zwischen etwa 175 und 150 v. Chr. an3, mehr als ein Jahrhundert nach Lysimachos’ Tod bei Kurupedion 281 v. Chr.4 Der dreigeschossige Bühnenbau aus Marmor, lange erst für das 2. Jahrhundert n. Chr. gehalten, trägt eine Bauinschrift, die ihn auf 85 n. Chr. datiert5, und die Ausgräber unterscheiden über die gesamte Nutzungsdauer acht Bauphasen, von hellenistischer bis byzantinischer Zeit6.

Daneben stehen zwei weitere Meinungen. Stefan Karwiese votiert für einen noch späteren Baubeginn, um 100 v. Chr. Volker Michael Strocka datiert ein kleines Brunnenhaus an der Nordwestecke des Bühnenbaus anhand seines Gesimses auf etwa 280 v. Chr., noch in Lysimachos’ Lebenszeit, doch es handelt sich um einen Nebenbau auf demselben Gelände, sein ursprünglicher Fundkontext wurde durch eine frühere Restaurierung zerstört, und für den Zuschauerraum selbst ist damit nichts belegt3.

Korrigiert am

Predigte Paulus im Großen Theater?

Die Apostelgeschichte sagt das nicht. In ihrer Darstellung des Aufruhrs der Silberschmiede zerrte die Menge Paulus’ Reisegefährten Gaius und Aristarchus ins Theater und rief dort rund zwei Stunden lang nach Artemis, während die Jünger und einige wohlgesinnte Asiarchen Paulus selbst zurückhielten, bis der Stadtschreiber die Versammlung auflöste7. Jenes Theater wird mit dem noch heute stehenden Großen Theater gleichgesetzt8, das Gebäude stimmt also. Eine Predigt steht nicht im Text.

Saß Paulus im „Gefängnis des Paulus“?

Dafür spricht nichts. Der Bau, der den Namen trägt, ist ein Turm der hellenistischen Stadtmauer auf einem Hügel beim alten Hafen9. Die Apostelgeschichte erwähnt keine Haft in Ephesos, keine antike oder archäologische Quelle verbindet Paulus mit diesem Turm, und die Erzählung, er sei hier festgehalten worden, bevor man ihn nach Rom verschiffte, widerspricht der Apostelgeschichte selbst, die jene Reise in Caesarea beginnen lässt10.

Hinter der Legende steht allerdings ein echtes wissenschaftliches Argument, nur ein anderes. Manche Forscher halten es für möglich, dass Paulus irgendwo in Ephesos inhaftiert war und dort den Philipper- oder den Philemonbrief schrieb, auch wenn die Mehrheit weiterhin Rom bevorzugt11. Selbst wenn das zuträfe, gäbe es keinen Grund, ausgerechnet auf diesen Turm zu zeigen12.

Ist die Marmorstraßen-Ritzzeichnung die erste Werbung der Geschichte?

Niemand hat das gezeigt. Die ins Pflaster geritzte Zeichnung, mit einem Fuß und einem Frauenkopf unter ihren Formen, wird gern als weltweit erste Werbeanzeige verkauft, als Wegweiser zu einem Bordell. Was sie tatsächlich bedeutete, ist unklar, und für das Etikett „erste Werbung“ gibt es keinen Beleg1314.

Symbol für Symbol zerfällt die populäre Lesart. Das Herz trug in der Antike keine romantische Bedeutung. Der Fußabdruck gehört einem Mann, verraten durch die Lücke, die ein Sandalenriemen hinterlässt. Der bekrönte Kopf ist eine Stadtgöttin, von James Harrison als Tyche gelesen, deren Mauerkrone fünf Türme trägt, keine Frau, die für sich selbst wirbt. Die Formen müssen nicht einmal zusammengehören: Sie lassen sich auch als voneinander unabhängige, zu verschiedenen Zeiten geritzte Graffiti lesen, und das Wort, das man als „Bordell“ deutet, ist in seinem Sinn unsicher und gehört womöglich gar nicht an diese Stelle. Scherrer, McGinn und Jobst haben die Bordell-Lesart allesamt infrage gestellt15.

War das Haus neben der Latrine ein Bordell?

Sehr wahrscheinlich nicht. Franz Miltner brachte die Bordell-Idee 1957 auf, gestützt auf die Inschrift der benachbarten öffentlichen Latrine16. Werner Jobst prüfte die Belege 1976/77 erneut nach und kam zu dem Schluss, dass an dieser Stelle kein öffentliches Bordell gestanden haben könne17. Eine Untersuchung 2000/2001 legte stattdessen ein Peristylhaus von rund 742,5 m² frei, später auf 879,5 m² erweitert, mit einem gewölbten Empfangstrakt und einem apsidialen Speisesaal mit Mosaikboden, am Ende in Werkstätten unterteilt18. Eine kleine Priapus- oder Bes-Figur aus der Nähe wird oft als Beweis angeführt, doch solche Figuren sind in gewöhnlichen Privathäusern ein ganz normaler Fund19.

Wann wurde der Gladiatorenfriedhof gefunden?

1993, bei Untersuchungen für den Prozessionsweg vom Artemision, rund 300 m östlich des Stadions; die dort in situ gefundenen Grabsteine der Gladiatoren datieren um 200 n. Chr.20 Nur rund 20 m² wurden ausgegraben, doch die Knochenschicht reichte 3 m in die Tiefe und enthielt mindestens 68 Personen, fast durchweg Männer zwischen 20 und 30 Jahren21.

Zuschauerrang und Orchestra des Großen Theaters, der Blick reicht die Hafenstraße hinunter bis zur Ebene
Abb. 1 Vom Großen Theater aus überblickt man die Sitzreihen und die Orchestra; die Hafenstraße führt von dort hinunter zur Ebene. Archivaufnahme (2013).

Die Celsus-Bibliothek und die obere Stadt

Wurde die Celsus-Bibliothek nach Wien verlegt?

Die Fassade der Celsus-Bibliothek hat Ephesos nie verlassen. Sie steht auf ihren ursprünglichen Fundamenten und wurde dort zwischen 1970 und 1978 wieder aufgerichtet22. Nach Wien gingen die vier Tugendstatuen aus ihren Nischen sowie einzelne Architekturteile, darunter ein gebogener Giebelblock, und an ihrer Stelle stehen heute Kopien23. Möglich war das, weil Sultan Abdülhamid II. Kaiser Franz Joseph I. einen Teil der Funde schenkte24.

Ein römisches Monument aus Anatolien wurde tatsächlich in ein europäisches Museum gebracht, nur eben nicht dieses: das Markttor von Milet, von deutschen Archäologen ausgegraben und im Pergamonmuseum Berlin wiederaufgebaut25.

Zerstörten die Goten die Bibliothek?

Das ist die traditionelle Erzählung, und sie hat inzwischen eine Konkurrentin. Meist heißt es, das Innere sei um 262 n. Chr. ausgebrannt, wobei strittig ist, ob ein Erdbeben oder der gotische Überfall die Ursache war26. Das österreichische Team schreibt den Schaden heute eher einem Erdbeben um 270 n. Chr. zu, nach dem die Bibliothek aufgegeben wurde27.

Wie viele Schriftrollen fasste die Bibliothek?

Die besten Schätzungen liegen zwischen etwa 10.000 und 16.000 Rollen, errechnet größtenteils aus den in die Wände eingelassenen Bücherschränken28. Das machte sie zu einer großen Bibliothek, wenn auch bei Weitem nicht zur größten der Antike, wo die führenden Sammlungen mehrere Hunderttausend Rollen fassten29.

Schloss der Bibliotheksbau eine Straße?

Ja, und diese Hälfte der Geschichte wird selten erzählt. Der in die Fassade eingebaute Schwung lenkt den Blick, doch der fertige Bau versperrte zugleich die alte Prozessionsstraße nach Ortygia, dem Hain, in dem Artemis der Überlieferung nach geboren wurde. Das benachbarte Sarapeion-Areal hatte diese Route bereits zuvor unpassierbar gemacht, und die Bibliothek vollendete die Sperrung. Peter Scherrer und Guy Rogers kommen unabhängig voneinander zu diesem Schluss30.

Waren Mazaeus und Mithridates Sklaven?

Das waren sie, und als sie ihr Tor errichteten, waren beide bereits Freigelassene des kaiserlichen Haushalts. Die gängige, ordentlich aufgeteilte Version, Mazaeus von Augustus freigelassen und Mithridates von Agrippa, ist nur zur Hälfte belegt: Ein Grabstein nahe dem Theater nennt Mithridates ausdrücklich als Agrippas Freigelassenen, für Mazaeus nennt keine Quelle den Patron, und die Grabungsbände widersprechen sich selbst, der eine hält ihn für ebenbürtig mit Mithridates, der andere macht beide zu Freigelassenen des Augustus. Der griechische Text des Tors nennt schlicht die früheren Herren, ohne Namen31. Die lateinische Inschrift am dreibogigen Tor neben der Bibliothek ehrt Augustus, Livia, Marcus Agrippa und Julia32, und erst Augustus’ Titel in diesem Text legen das Datum fest: 4/3 v. Chr.33

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Entstanden das Tor und die Bibliothek gemeinsam?

Sie treffen im rechten Winkel aufeinander und wirken auf Fotos wie eine Einheit, doch mehr als ein Jahrhundert trennt sie. Das dreibogige Tor an der Südostecke der Handelsagora entstand 4/3 v. Chr.34, der Bau der Bibliothek begann dagegen erst in den 110er-Jahren n. Chr., mit Fertigstellungsdaten zwischen 113 und etwa 135, je nach Quelle35. James Harrison hält fest, wie selbstverständlich Besucher die beiden für gleichzeitig halten, und L. Michael White liest die Bibliothek als bewusst an die Ecke gesetzt, wo der Embolos auf die Marmorstraße trifft, ihre Größe gemessen an dem älteren Monument, das zwei kaiserliche Freigelassene gestiftet hatten36.

War Latein die Inschriftensprache in Ephesos?

Kaum. Ephesos schrieb griechisch und hielt bis weit ins 3. Jahrhundert n. Chr. an dieser Gewohnheit fest37. Der lateinische Text am Sockel von Celsus’ Reiterstatue gehört zu den ganz wenigen lateinischen Inschriften, die in der ganzen Stadt gefunden wurden38. Wo Latein doch vorkommt, erfüllt es meist einen politischen Zweck: Am Tor von Mazaeus und Mithridates bekam der lateinische Text das Gebälk, dorthin, wo der Blick fällt, während der griechische verkürzt und im Giebeldreieck darüber untergebracht wurde37.

Gehört das Magnesische Tor zu Lysimachos’ Mauern?

Der Mauerkamm auf dem Bülbüldağ stammt von ihm39, das Tor jedoch nicht. Grabungen 2008/09 zeigten, dass es erst um 100 v. Chr. entstand, weit nach seinen frühhellenistischen Befestigungen40.

War die Basilika an der Staatsagora eine Markthalle?

Nein. Die lange Säulenhalle an der Nordseite der Staatsagora, in der antiken Stadt, wurde zwischen 4 und 14 n. Chr. von Gaius Sextilius Pollio und seiner Familie Artemis, Augustus, Tiberius und dem Volk von Ephesos geweiht, und sie beherbergte Statuen von Augustus und Livia. Winfried Elliger warnt davor, sich dort feilschende Händler vorzustellen, und liest den Bau stattdessen als Halle für Verwaltung sowie für die Bankette und Zeremonien des öffentlichen Amts; gehandelt wurde unten am Hafen, auf der getrennten Handelsagora41.

Stand an der Staatsagora ein Isis-Tempel?

Keineswegs sicher. Der kleine Tempel in der Mitte des Platzes trug jahrzehntelang das Etikett Isis-Tempel, doch die Forschung neigt inzwischen eher zu einem augusteischen Heiligtum, vielleicht für den vergöttlichten Julius Caesar und Roma, vielleicht für Augustus selbst42.

Ist der Hadrianstempel wirklich ein Tempel Hadrians?

Der Name ist weniger gesichert als der Ruhm des Bauwerks. Varius’ Weihinschrift nennt den Kaiser gemeinsam mit Artemis und dem Volk von Ephesos43, und ob der Bau tatsächlich dem Kaiserkult Hadrians diente, wird bezweifelt; viele Forscher suchen jenen Tempel anderswo in der Stadt44.

Welches Bauwerk ist der Hadrianstempel?

Drei Bauten in Ephesos tragen eine Version des Namens, und nur einer davon liegt auf der üblichen Besucherroute. Der reich verzierte Portikus an der Kuretenstraße ist der Hadrianstempel der Wegweiser. Das Hadrianstor ist ein eigenes Monument, ein dreigeschossiges, über 16,5 m hohes Tor am unteren Ende derselben Straße, errichtet nach etwa 114 n. Chr. und wohl schon unter Trajan begonnen45. Der Tempel, den die Forschung eigentlich sucht, ist der dritte: der Tempel Hadrians als Olympischer Zeus, ein riesiger Bezirk unten in der Hafenebene, für den die Stadt ihre zweite Tempelhüterschaft des Kaiserkults erhielt46.

Ist der Fries im Hadrianstempel eine spätere Zutat?

Nach heutigem Stand nicht, auch wenn diese Seite bislang das Gegenteil behauptete. Franz Miltner, der den Portikus ausgrub, setzte den geschnitzten Fries in die theodosianische Zeit. Robert Fleischer datierte ihn 1967 auf das dritte Viertel des 4. Jahrhunderts, nannte ihn vielleicht den letzten Tempelfries der Antike und ein Denkmal einer zurückweichenden Religion, und ließ ihn in verkürzter Form zwischen 383 und 387 in den Bau einpassen; Beat Brenk verwarf Fleischers Vergleiche und rückte die Arbeit stattdessen in die Tetrarchie. Diese Seite folgte bislang dieser Linie: nicht hadrianisch, 3. oder 4. Jahrhundert, nach einem Erdbeben teilweise von einem anderen Bau hierher versetzt.

Die moderne Bauforschung kommt zum gegenteiligen Schluss. Ursula Quatember fand, dass die Nordostecke des Portikus baulich nie verändert wurde, sodass die darin vermauerten Reliefblöcke nie herausgenommen oder ersetzt worden sein können; nach dieser Lesart gehört der Fries zum Bau selbst, ins erste Viertel des 2. Jahrhunderts, und allein die Westseite des Portikus stürzte ein und wurde, wohl im 4. Jahrhundert, wiederaufgebaut. Peter Scherrer kam unabhängig zum selben Ergebnis, gestützt auf einen Vergleich mit dem Titusbogen und dem Hadrianeum in Rom47. Das Argument steht auf Seite 82 sowie 105 bis 111 von Forschungen in Ephesos XI/3, erschienen 201748. Von der älteren Arbeit bleibt Fleischers Lesart der Szenen bestehen, bis heute die gängige; nur seine Datierung ist hinfällig. Die Platten am Bau sind Abgüsse, die Originale stehen im Museum von Selçuk49.

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Sind die Scholastikia-Thermen und die Varius-Thermen zwei Gebäude?

Es ist ein einziger Bau unter zwei Namen. Publius Quintilius Valens Varius errichtete ihn Ende des 1. oder Anfang des 2. Jahrhunderts, und die christliche Wohltäterin Scholastikia bezahlte später seine Erneuerung50. Ihre Datierung ist der Punkt, an dem Reiseführer und diese Seite bislang einen echten Streit glattgebügelt haben. Peter Scherrer setzt ihr Wirken um 400 n. Chr. an, Martin Steskal votiert für die erste Hälfte des 6. Jahrhunderts, und Alice Waldner verbindet es mit demselben frühen sechsten Jahrhundert, in dem die beschrifteten Kureten-Säulen vom Prytaneion heruntergeholt und an der Straße wiederverwendet wurden. Ursula Quatember, die beide Lesarten gegeneinander abwägt, hält keine für durch die vorliegenden Belege beweisbar50. Die Inschrift, die Scholastikia nennt, steht nicht infrage, nur ihr Jahrhundert.

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Liegt im Oktogon das Grab von Kleopatras Schwester?

Eine DNA-Studie von 2025 sagt Nein. 1990 vermutete die Archäologin Hilke Thür, das achteckige Grabmal an der Kuretenstraße gehöre Arsinoë IV., der jüngeren Schwester Kleopatras VII., die 41 v. Chr. auf Befehl des Marcus Antonius getötet wurde51. Die neue Studie stellte in Schädel und Oberschenkelknochen ein Y-Chromosom fest, der Bestattete war also männlich52: ein Junge zwischen 11 und 14 Jahren, radiokarbondatiert auf 205 bis 36 v. Chr., mit schweren Entwicklungsstörungen53. Auf dieser Grundlage schließen die Autoren Arsinoë aus. Warum ein römischer Junge ein derart auffälliges, ägyptisch anmutendes Grab erhielt, bleibt ein Rätsel54.

Ging der Schädel aus dem Oktogon im Zweiten Weltkrieg verloren?

Er ging nie verloren, auch wenn sich diese Geschichte aus Kriegszeiten hartnäckig hält. Josef Keil und Max Theuer öffneten die Grabkammer von oben und fanden ein vollständiges Skelett in einem mit Wasser gefüllten Sarkophag liegen. Wann genau, ist umstritten: Ältere Darstellungen nennen 1929, während Hilke Thür und der Grabungsband zur Chronologie der Kuretenstraße von 1926 sprechen. Die Freilegung des Monuments selbst wird in der älteren Literatur mit 1904 angegeben, in jenem Band dagegen mit 1905, unter Rudolf Heberdey, und der zweite Zugang der Kammer, von hinten, wurde erst 1982/83 erreicht. Solange die Grabungstagebücher nicht ausgewertet sind, stehen beide Lesarten nebeneinander55. Keil behielt nur den Schädel und brachte ihn zunächst nach Greifswald, dann nach Wien56. Dort blieb er, in der anthropologischen Sammlung der Universität Wien unter der Bezeichnung „Schädel aus Ephesos“ katalogisiert, bis man ihn im Dezember 2022 wiedererkannte57. Der Rest des Skeletts tauchte 1982 auf, verstreut in einer Nische des Vorraums58.

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Wie viele Wohnhäuser bilden Hanghaus 2?

Sieben Wohneinheiten, obwohl der Block ursprünglich mit sechs begann59. Jede Einheit ist ein Peristylhaus über drei Terrassen59, und die Hanghäuser nehmen als Block rund 4.000 m² Hangfläche über der Kuretenstraße ein60.

Wann endeten die Ausfuhren von Ephesos-Funden nach Wien?

1906, nicht 1923, wie es mindestens ein großes Nachschlagewerk noch immer behauptet61. Sieben Sendungen erreichten Wien zwischen 1896/97 und 1906, danach untersagte das osmanische Antikengesetz von 1906/07 jede weitere Ausfuhr62. Ob dieses Gesetz nun 1906 oder 1907 gehört, hängt von der Quelle ab63.

Schwarz-Weiß-Aufnahme des Podiums der Celsus-Bibliothek mit umgestürzten Giebelblöcken, vor der Wiederherstellung
Abb. 2 Vor der Anastylose lagen die Giebelblöcke der Fassade noch verstreut am Boden.

Artemis und ihr Tempel

Stammen Säulen der Hagia Sophia aus dem Artemistempel?

Nein. Diese Geschichte ist eine mittelalterliche Legende, und der Byzantinist Cyril Mango nannte sie schlicht absurd64. Stein aus dem Artemistempel wanderte tatsächlich, allerdings nur ein kurzes Stück: Reliefstücke des archaischen Tempels stecken in den Mauern der Johannesbasilika65, denn als das Heiligtum um 400 n. Chr. aufgegeben wurde, brach man seinen Marmor66.

Sind die Artemis-Statuen in Selçuk das aus dem Feuer gerettete Kultbild?

Nein: Die ausgestellten Stücke sind römische Marmorwerke, und in der üblichen Erzählung werden gewohnheitsmäßig zwei Daten verwechselt. Franz Miltners Team fand das Prytaneion, das Rathaus der Stadt, im September 1955; die Artemis-Statuen kamen erst ein Jahr später zutage, in vierzehn Tagen zwischen dem 18. September und dem 3. Oktober 1956, zuerst die Schöne Artemis, dann die kleinere Figur, dann die Kolossale oder Große Artemis67. Wie viele Stücke jene zwei Wochen wirklich hervorbrachten, ist bis heute strittig, mit Angaben von zwei, drei oder vier, je nachdem, ob ein Duplikatfragment mitgezählt wird68. Die Kolossale Artemis wird auf das 1. Jahrhundert n. Chr. datiert, in manchen Studien auf die Regierungszeit Trajans69, die Schöne Artemis auf das 2. Jahrhundert n. Chr.70 Das Kultbild, das sie nachahmen, war aus Holz71.

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Zerschlugen Christen die Artemis-Statuen?

Die eigenen Götterbilder des Prytaneion wurden nicht zerschlagen. Sie lagen unterhalb des Fußbodenniveaus, niedergelegt statt zertrümmert, was Peter Scherrer als bewusste Bestattung durch Menschen liest, die auf bessere Zeiten hofften; er korrigiert damit ausdrücklich Franz Miltner, der genau denselben Fund als Beleg für christliche Zerstörung genommen hatte. Winfried Elliger beschreibt unabhängig davon dieselbe sorgfältige Bestattung72. Wie das Gebäude darüber einstürzte, ist eine andere, weiterhin offene Frage: Clive Foss liest einen gezielten Abriss, nachdem sich das Christentum durchgesetzt hatte, während Guy Rogers den Schaden Erdbeben im 3. Jahrhundert sowie erneut 358 und 368 zuschreibt73.

Trägt die Artemis von Ephesos viele Brüste?

Diese Lesart ist alt, aber nicht der heutige Konsens. Die eiförmigen Wölbungen auf ihrer Brust wurden schon in der Spätantike als Brüste gedeutet, eine Idee, die vor allem christliche Autoren wie Minucius Felix und Hieronymus verbreiteten74. Die moderne Forschung weist das zurück oder hält es zumindest für unbewiesen und bietet stattdessen an das Holzbild befestigten Schmuck, die Hoden geopferter Stiere, Eier, Bernsteinanhänger, den Stamm einer Dattelpalme unterhalb ihrer Wedel oder schlichte Insignien an75. Der bekannteste dieser Vorschläge, Gerhard Seiterles Stierhoden-Lesart, wird bis heute diskutiert: Dieter Knibbe berichtet sie ernsthaft, Guy Rogers fragt, ob sie auf das mystische Stieropfer verweist, das Strabon erwähnt, während Rick Strelan sie ablehnt, weil der Vergleich auf einer Geschichte über eine ganz andere Göttin im gallischen Autun beruht, und Lynn LiDonnici sie für schlecht belegt hält. Der Vorschlag mit der Dattelpalme stammt von Strelan selbst und wird kaum aufgegriffen. Kein antiker Autor beschreibt die Objekte überhaupt, weshalb die Frage offen bleibt75. Manche Kopien bemalen die Haut der Göttin dunkel, wie gealtertes Holz, und geben den Wölbungen sowie ihrem Gewand eine andere Farbe, ein Hinweis auf Tracht, nicht auf Anatomie76.

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Was waren die Ephesia grammata?

Sechs Wörter, keine Gattung. Der Ausdruck wird oft locker für magische Texte jeder Art verwendet, doch in seinem ursprünglichen Sinn bezeichnete er eine bestimmte Wortfolge, die Winfried Elliger als askion, kataskion, lix, tetrax, damnameneus und aision überliefert und deren Bedeutung schon in der Antike umstritten war. Getragen oder angebracht wurden sie, nicht rezitiert. Rick Strelan berichtet die Geschichte der Suda über einen ephesischen Ringer, der nicht zu Boden zu bringen war, solange er sie an den Knöcheln trug, und der verlor, sobald sein Gegner sie ihm abnahm, und er verzeichnet auch die spätere Behauptung, die Wörter hätten auf Füßen, Gürtel und Krone des Kultbilds gestanden77.

Hatte der Tempel 127 Säulen?

Das ist Plinius’ Zahl, und keine Rekonstruktion hat sie je zum Funktionieren gebracht. Er beschreibt einen Tempel von 425 auf 225 Fuß, mit 127 Säulen von jeweils 60 Fuß Höhe78. Moderne Pläne kommen auf 100 bis 117 Säulen, und eine Studie von 2007 hält höchstens 109 für möglich79.

Ist die aufgerichtete Säule an der Tempelstätte original?

Ihre Steine sind antik, die Säule als Ganzes ist es nicht. Der einzelne Schaft an der Stätte wurde aus verschiedenen, dort gefundenen Fragmenten zusammengesetzt, und seine Trommeln stammen von mehr als einer Säule80.

Brannte der Tempel am 21. Juli 356 v. Chr. nieder?

Das Jahr steht fest, der genaue Tag nicht. Herostratos setzte den Tempel 356 v. Chr. in Brand, auf der Suche nach Ruhm81. Antike Autoren verknüpften den Brand mit dem Tag oder der Nacht von Alexanders des Großen Geburt82, jedes Kalenderdatum für das Feuer stützt sich also auf diese Überlieferung, nicht auf eine Aufzeichnung des Brandes selbst.

Handelte Herostratos allein?

Möglicherweise nicht, und manche bezweifeln überhaupt, dass er handelte. Moderne Forscher merken an, ein Brandstifter hätte das hölzerne Dach erreichen müssen, und einer vermutet, die Tempelverwaltung selbst habe, angesichts der absackenden Fundamente, den Verlust des Gebäudes gewollt und Herostratos die Schuld zugeschoben83.

Sagte Heraklit, man könne nicht zweimal in denselben Fluss steigen?

Nicht mit diesen Worten. Die berühmte Fassung ist Platons Paraphrase. Das Fragment, das die meisten Forscher für echt halten, sagt, dass denen, die in dieselben Flüsse steigen, andere und wieder andere Wasser zuströmen84.

Kopf der Artemis von Ephesos mit ihrer Krone und den geflügelten Tierfiguren
Abb. 3 Die Krone und die geflügelten Tierfiguren am Kopf einer Statue der Artemis von Ephesos.

Geschichte und die wandernde Stadt

Hatte das römische Ephesos 250.000 Einwohner?

Das ist das obere Ende einer sehr weiten Spanne. Neuere Dichtemodelle nennen rund 34.000 bis 72.000, ältere Arbeiten 200.000 bis 250.00085, eine Zahl, die aus der älteren Forschung übernommen wurde86. Unterwegs schlug T. R. S. Broughton eine Obergrenze von 225.000 vor87, Jerome Murphy-O’Connor 138.000 bis 172.50088, und J. W. Hanson kam, von der Bebauungsdichte ausgehend, auf 33.600 bis 56.00089; ein Modell von Hanson, Ortman und Lobo aus dem Jahr 2017 nennt rund 71.60090.

Die Behauptung, Ephesos sei die viertgrößte Stadt des Reichs gewesen, ist ein moderner Gemeinplatz. Belegt ist ein Platz unter den fünf größten Städten des 2. Jahrhunderts n. Chr., neben Rom, Alexandria, Antiochia und Karthago91.

Wann gründete Lysimachos Ephesos neu?

Irgendwann im frühen 3. Jahrhundert v. Chr., einer der Wendepunkte in der Geschichte von Ephesos. Er nahm die Stadt erstmals 301/300 v. Chr. ein, hielt sie aber offenbar erst zwischen 287 v. Chr. und seinem Tod 281 v. Chr. fest in der Hand92. Eine Zeit lang trug sie den Namen Arsinoeia, nach seiner Frau Arsinoe II., und dieser Name starb mit ihm4.

Flutete Lysimachos die alte Stadt, um den Umzug zu erzwingen?

So erzählt es Strabon: Die Epheser wollten nicht weichen, also wartete der König auf einen heftigen Regen, verstopfte die Abflüsse und ließ die alte Stadt so lange volllaufen, bis die Bewohner froh waren zu gehen93. Dieter Knibbe nennt das ausdrücklich unhistorisch, und Peter Scherrer liest es, ihm folgend, als feindselige Propaganda mit einem realen Kern. Die alte Stadt lag auf der Schwemmebene zweier Flüsse, und steigendes Grundwasser verstopfte ihre Abflüsse bereits und drängte das Artemision selbst auf höheres Gelände94. Die Stadt zog um, weil der Boden nass war, nicht weil ein König es so einfädelte.

Zerstörte das Erdbeben von 17 n. Chr. Ephesos?

Tacitus sagt das nicht. Er zählt zwölf Städte Asias auf, die das nächtliche Erdbeben von 17 n. Chr. niederwarf, und Ephesos gehört nicht dazu95. Genannt wird die Stadt dagegen auf einem um 30 n. Chr. in Puteoli errichteten Denkmal zum Dank an Tiberius, neben Kibyra, das 23 n. Chr. betroffen war95.

War Ephesos die Hauptstadt der römischen Provinz Asia?

Der Statthalter residierte dort, doch „Hauptstadt“ vereinfacht zu sehr. Zwei ernstzunehmende Arbeiten sagen es unumwunden: Winfried Elliger lässt Ephesos unter Augustus Pergamon ablösen, Fredrick Long datiert den Wechsel auf 29 v. Chr. Das Problem ist, dass die Provinz im modernen Sinn gar keine Hauptstadt hatte. Der Prokonsul bereiste einen Kreis von Gerichtsstädten, und vorgeschrieben war ihm, wie Ulpian festhält und Guy Rogers anmerkt, lediglich, in Ephesos an Land zu gehen. Die Inschriften der Stadt selbst nennen sie die erste und größte Metropole Asias, eine städtische Ehrenbezeichnung, kein Verwaltungsrang. Statthaltersitz, und faktisch Hauptstadt, ist die treffendste Beschreibung96.

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Ist das „Trunkene Bad“ eine Therme?

Wahrscheinlich nicht. Der Name gehört zu einem großen Bau am Westfuß des Panayırdağ, rund 75 auf 50 m, den Franz Miltner zwischen 1954 und 1956 ausgrub und für eine byzantinische Therme hielt. Die Forschung liest ihn heute eher als Palast des byzantinischen Statthalters: Winfried Elliger deutet die große achteckige Kuppelhalle in seiner Südhälfte, rund 20 m im Geviert, als Audienzsaal, und Clive Foss beschreibt den Komplex mit eigenem Bad und Empfangssaal als Statthalterresidenz97.

Ist die İsa-Bey-Moschee ein seldschukischer Bau?

Sie ist aydınidisch. Die Inschrift über dem Westportal der İsa-Bey-Moschee datiert das Gebäude auf den neunten Tag eines Monats im Jahr 776 n. H., und der beschädigte Mittelteil dieser Zeile wurde auf zwei Arten gelesen. Nach Bayats Edition des arabischen Textes lesen Ladstätter und Magdalino Shawwal, umgerechnet der 13. März 1375; Karabacek, der 1906 einen Gipsabdruck für das Institut entzifferte, las Sha’ban, was Samstag, den 13. Januar 1375, ergibt. Beide Umrechnungen sind arithmetisch korrekt, die beiden Lesungen liegen genau neunundfünfzig Tage auseinander, strittig ist also der Monatsname auf dem Stein, nicht die Kalenderrechnung. Das noch immer gedruckte Datum 30. Januar 1375 passt zu keiner der beiden Lesungen und wird hier nicht übernommen. Die Moschee nennt zudem ihren eigenen Baumeister, ungewöhnlich für einen anatolischen Bau des 14. Jahrhunderts: Ali ibn Mushaimish al-Dimashqi, dessen letzter Namensteil ihn als aus Damaskus stammend ausweist98. Ayasuluk war damals eine aydınidische Hauptstadt und ein Hafen mit Handel bis nach Venedig und Genua99.

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Wann nahmen die Türken Ephesos ein?

Die Seldschuken hielten die Stadt kurz, von 1090 bis zur byzantinischen Rückeroberung 1096/97100. Der bleibende Wechsel kam erst im Oktober 1304, als sich die Stadt Sasa Bey und seinen aydınidischen Verbündeten ergab101.

War die untere Stadt im 9. Jahrhundert bereits verlassen?

Das war sie nicht. Der Siedlungsschwerpunkt verlagerte sich zwar zur Festung auf dem Ayasuluk, und die alte Hafenstadt verfiel, doch sie war im 11. Jahrhundert noch bewohnt und zog weiterhin Pilger an. Erst danach werden Funde wirklich selten, und Bestattungen bei der Marienkirche (Konzilskirche) reichten noch mindestens bis ins 14. Jahrhundert102.

Wer liegt im Mausoleum von Belevi begraben?

Wer dort bestattet wurde, ist unbekannt, und die alten Favoriten führen nicht mehr das Feld an. Die abschließende Studie des Österreichischen Archäologischen Instituts datiert das Grab auf 310 bis 280/270 v. Chr. und vermutet, es sei für Antigonos I. Monophthalmos bestimmt gewesen; frühere Kandidaten waren Lysimachos und der Seleukidenkönig Antiochos II.103

Zinnenbewehrte Mauern und der quadratische Bergfried der Burg auf dem Ayasuluk-Hügel
Abb. 4 Die Festung auf dem Ayasuluk-Hügel mit ihren Zinnenmauern und dem quadratischen Bergfried. Archivaufnahme (1992).

Christliche Überlieferungen

Die Korrekturen dieses Abschnitts betreffen, was die Texte und die Grabungen zeigen. Sie urteilen nicht über den Glauben, und jede Überlieferung wird als Überlieferung beschrieben, mit ihrer eigenen Geschichte.

Sagt die Bibel, dass Maria in Ephesos lebte?

Das sagt sie nicht. Im Johannesevangelium vertraut der sterbende Jesus seine Mutter dem geliebten Jünger an, der sie in sein eigenes Haus aufnimmt, und dieser Vers liegt dem Glauben zugrunde, Maria sei mit Johannes gegangen104. Das Neue Testament verortet auch Johannes selbst nicht in Ephesos; diese Überlieferung taucht erst im späten 2. Jahrhundert auf105. Schon im 4. Jahrhundert wies Epiphanius von Salamis darauf hin, dass die Schrift Johannes zwar nach Asia schickt, über Maria dabei aber schweigt106.

Kein früher Kirchenschriftsteller setzt Maria nach Ephesos. Die Idee taucht erst bei syrischen Autoren des 8. und 9. Jahrhunderts auf, während eine ältere und weit verbreitetere Überlieferung ihren Tod und ihr Grab nach Jerusalem legt107. Frühbyzantinische Pilger kamen wegen des Grabes des Johannes nach Ephesos, nicht wegen eines mit Maria verbundenen Orts108.

Hat die katholische Kirche das Haus der Mutter Maria für authentisch erklärt?

Nein. Die Kirche hat nie entschieden, ob Maria dort gelebt hat oder gestorben ist, fördert aber die Pilgerfahrt dorthin109. 1896 segnete Leo XIII. die erste Pilgerfahrt, 1951 erkannte Pius XII. die Stätte als Wallfahrtsort an, und 1961 gewährte Johannes XXIII. den Pilgern einen dauerhaften vollkommenen Ablass110.

Die Identifizierung geht auf die Visionen der deutschen Augustiner-Chorfrau Anna Katharina Emmerick zurück, die der Dichter Clemens Brentano aufzeichnete111. Der italienische Archäologe Adriano Prandi datierte die Kapelle auf das 13. Jahrhundert, errichtet über einem älteren Bau, während frühere Untersucher das 5. bis 7. Jahrhundert vorgeschlagen hatten112. Christen beten im Haus der Mutter Maria, und ebenso Muslime, für die Maryam als Mutter des Isa verehrt wird113.

Wann besuchten Päpste Ephesos?

Drei Päpste sind gekommen. Paul VI. besuchte Ephesos und das Haus der Mutter Maria am 26. Juli 1967114. Johannes Paul II. feierte dort am 30. November 1979 die Messe115, Benedikt XVI. am 29. November 2006116. Leo XIV. ließ Ephesos bei seinem Türkeibesuch im November 2025 aus117.

Wie viele Kirchenkonzile tagten in Ephesos?

Zwei. Das erste, von Kaiser Theodosius II. einberufen, wurde am 22. Juni 431 eröffnet und zählt als drittes ökumenisches Konzil118; es setzte Nestorius ab und bekräftigte für Maria den Titel Theotokos, „Gottesgebärerin“119. Das zweite tagte 449120. Papst Leo I. nannte es eine „Räubersynode“, und das Konzil von Chalkedon hob seine Beschlüsse 451 auf, auch wenn die orientalisch-orthodoxen Kirchen es bis heute anerkennen121.

Tagte das Konzil von 431 in der Marienkirche?

Die Überlieferung sagt es, die Frage bleibt aber offen. Neuere Grabungsergebnisse legen nahe, dass die Halle der Marienkirche, eines der Wahrzeichen des heiligen Ephesos, eigens für das Konzil zu einer Kirche umgebaut wurde und dass eine Weihe an Maria frühestens um 500 n. Chr. datieren kann122.

Ist das Verfolgungstor nach christlichen Märtyrern benannt?

Nur durch ein Missverständnis. Der befestigte Eingang zum Bezirk der Johannesbasilika verdankt seinen Namen Reisenden, die die darin vermauerten, wiederverwendeten römischen Reliefs, Achill, der Hektors Leichnam hinter seinem Wagen schleift, für die Qualen christlicher Märtyrer hielten. Selbst wann dieser Irrtum entstand, ist umstritten: Andreas Pülz nennt den Namen in der Grabungsreihe modern und datiert den Fehler ins 19. Jahrhundert, während Carola Kintrup, im Band zu ebendiesen Sarkophagen, ihn bereits Reisenden des 17. und 18. Jahrhunderts zuschreibt123. Sicher ist, dass die Reliefs 1678 bereits an der Mauer saßen und beschrieben wurden, und dass Richard Chandler, der im 18. Jahrhundert dort war, sie korrekt als Achill und Patroklos las, der Irrtum also nie allgemein galt123. Der geschnitzte Sarkophag selbst verließ Ephesos längst, seine weitere Reise – wie Carola Kintrup sie rekonstruiert hat – erzählt der Führer zum Ayasuluk-Hügel124.

Korrigiert am

War der Epheserbrief an die Gemeinde in Ephesos gerichtet?

Nicht zwingend. Die ältesten und zuverlässigsten Handschriften lassen die Worte „in Ephesos“ aus, und der Brief grüßt niemanden namentlich, was eher für ein Rundschreiben an mehrere Gemeinden spricht125. Auch der Verfasser ist umstritten: Der Brief trägt Paulus’ Namen, doch viele kritische Forscher bezweifeln, dass er ihn selbst schrieb126. Der einzige Brief, der sicher an die Christen der Stadt gerichtet ist, steht in der Offenbarung, wo die Gemeinde in Ephesos sowohl Lob als auch Tadel erhält127.

Ist die Höhle der Siebenschläfer bei Ephesos die Höhle des Korans?

Das hängt davon ab, welcher Überlieferung man folgt. Christen beanspruchten die Stätte bei Ephesos für sich, doch die meisten Muslime verorten die Höhle des Korans bei Tarsus oder Afşin, und auch al-Raqim nahe Amman, Damaskus und Nachitschewan erheben eigene Ansprüche128. Der Koran selbst lässt die Zahl der Schläfer offen, nennt Vermutungen von drei, fünf oder sieben, samt ihrem Hund, und sagt, Gott wisse es am besten129.

Wandmalerei des Paulus, mit der Beischrift ΠΑΥΛΟΣ, die Hand erhoben und ein Buch haltend, Paulusgrotte
Abb. 5 Die Beischrift ΠΑΥΛΟΣ benennt die Figur eindeutig als den Apostel Paulus.

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Eng gesetzte griechische Schriftzeichen, in eine helle Marmorplatte gemeißelt, in einer Museumsvitrine
Abb. 6 Diese beschriftete Marmorplatte aus Ephesos befindet sich im Ephesos Museum in Wien.

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Namen und Begriffe auf dieser Seite (36)

Lysimachos

Einer der Diadochen, der Nachfolger Alexanders des Großen. Im frühen 3. Jahrhundert v. Chr. verlegte er Ephesos von der Ebene beim Artemistempel auf ein neues, ummauertes Gelände zwischen Panayırdağ und Bülbüldağ – die Stadt, die Besucher heute durchqueren – und benannte es nach seiner Frau in Arsinoeia um. 281 v. Chr. fiel er bei Kurupedion.

Stefan Karwiese

Österreichischer klassischer Archäologe und Numismatiker (1941–2023), Lehrer für antike Münzkunde in Wien. Von 1980 bis 1986 war er stellvertretender, von 1993 bis 1998 Grabungsleiter in Ephesos. Hier zitiert zur Datierung des Großen Theaters und zu den Umständen, unter denen der Artemistempel abbrannte.

James R. Harrison

Australischer Neutestamentler, Professor für Bibelwissenschaft am Australian College of Divinity. Gemeinsam mit L. L. Welborn gibt er The First Urban Churches heraus; der dritte Band (2018) ist Ephesos gewidmet und liest die frühchristliche Gemeinde vor dem Hintergrund der städtischen Inschriften. Hier zitiert zur Celsus-Bibliothek und zur Agora.

Peter Scherrer

Österreichischer klassischer Archäologe (geboren 1958), Professor in Graz. Er kam 1987 zur österreichischen Ausgrabung in Ephesos und 1993 in deren Grabungsleitung. Seine Darstellung der Stadt von der römischen Zeit bis in die Spätantike (1995) sowie seine spätere Studie zur Verlagerung der Küstenlinie dienen hier für Datierungen und Topografie.

Werner Jobst

Österreichischer klassischer Archäologe (geboren 1945), spezialisiert auf römische Mosaiken, später Landesarchäologe von Niederösterreich. Sein Buch Roman Mosaics from Ephesos I (1977) veröffentlichte die Böden der Hanghäuser am Embolos. Hier zitiert zum sogenannten Bordell und zur Münze aus der Siebenschläfer-Grotte.

Franz Miltner

Österreichischer klassischer Archäologe und Althistoriker (1901–1959), der ab 1954 bis zu seinem Tod die Ausgrabung in Ephesos leitete. Er legte die Kuretenstraße für Besucher frei, fand 1955 das Prytaneion und richtete Teile des sogenannten Hadrianstempels wieder auf. Mehrere seiner Deutungen wurden seither widerlegt.

Guy MacLean Rogers

Amerikanischer Althistoriker und klassischer Philologe, Professor für Geschichte und Altertumswissenschaften am Wellesley College. Er arbeitet von ephesischen Inschriften aus: The Sacred Identity of Ephesos (1991) liest die Salutaris-Prozession, The Mysteries of Artemis of Ephesos (2012) verfolgt den Kult über fünf Jahrhunderte. Hier zitiert zu Bürgerritual, Agora und Straßenplan.

L. Michael White

Historiker des frühen Christentums, emeritierter Professor an der University of Texas at Austin und Gründer von deren Institut für Altertum und christliche Ursprünge. Die Behauptung des Stadtschreibers in der Apostelgeschichte, Ephesos sei Tempelhüterin der Artemis, liest er als spätere, auf Paulus’ Besuch zurückprojizierte Sicht des Lukas auf seine eigene Stadt.

Bülbüldağ

Der zweite Hügel über der antiken Stadt, in der Antike Preon oder Lepre Akte genannt und mit rund 358 m nach Elligers Angabe der höhere der beiden. Die lysimachische Stadtmauer verlief mehr als 4 km an seinem Kamm entlang, und die Hanghäuser klettern seinen unteren Hang oberhalb der Kuretenstraße hinauf.

Winfried Elliger

Deutscher klassischer Philologe (1930–2019), Gräzist und Lehrstuhlinhaber in Tübingen. Sein Buch Ephesos: Geschichte einer antiken Weltstadt (1985) erzählt die Stadtgeschichte von den Anfängen bis in die türkische Zeit und ist die auf dieser Seite meistgenutzte Einzelquelle. Er war Philologe, kein Ausgräber.

Robert Fleischer

Klassischer Archäologe, ausgebildet in Wien, von 1977 bis 2006 Professor in Mainz. Sein Buch von 1973 über die Artemis von Ephesos und verwandte Kultbilder gilt weiterhin als Standardwerk. 1967 veröffentlichte er die ausführlichste Untersuchung des Frieses am sogenannten Hadrianstempel und datierte ihn in das spätere 4. Jahrhundert.

Beat Brenk

Kunsthistoriker, emeritierter Professor in Basel und später an der Sapienza in Rom, spezialisiert auf spätantike und frühchristliche Kunst. Gegen Robert Fleischer verwarf er die Vergleiche, die den Portikusfries des sogenannten Hadrianstempels in das spätere 4. Jahrhundert setzen, und datierte die Reliefs zurück in die Zeit der Tetrarchie.

Ursula Quatember

Österreichische klassische Archäologin und Bauforscherin (geboren 1976), heute Professorin für Bau- und Stadtbaugeschichte an der Technischen Universität Berlin. Von 1997 bis 2012 arbeitete sie in Ephesos und leitete die Bauuntersuchung des sogenannten Hadrianstempels, veröffentlicht 2017 – die Arbeit, die dessen Vorhallenfries neu datierte.

Forschungen in Ephesos

Die eigene Grabungsberichtsreihe des Österreichischen Archäologischen Instituts zu Ephesos, seit 1905 bis heute fortgeführt und nach Band und Teil zitiert: Band V/1 behandelt die Celsus-Bibliothek, Band VIII die Hanghäuser. Diese Bände sind die eigene Publikation der Ausgräber, keine spätere Darstellung ihrer Arbeit.

Martin Steskal

Österreichischer klassischer Archäologe (geboren 1974), seit 2001 am Österreichischen Archäologischen Institut und ab 2015 stellvertretender Grabungsleiter in Ephesos, seit 2024 dessen Leiter. Er veröffentlichte das Prytaneion (2010) und das Vedius-Gymnasium; diese Seite folgt seiner Datierung der Scholastikia-Thermen.

Alice Waldner

Archäologin am Österreichischen Archäologischen Institut, seit 2003 an der Ausgrabung in Ephesos beteiligt und auf Keramik spezialisiert. Ihr Band von 2020 zur Chronologie der Kuretenstraße verfolgt die Straße von Lysimachos’ Neugründung bis in byzantinische Zeit und datiert die späten Arbeiten am sogenannten Hadrianstempel ins frühe 6. Jahrhundert.

Josef Keil

Österreichischer Althistoriker, Epigraphiker und Archäologe (1878–1963). Er leitete die österreichische Ausgrabung von 1926 bis 1935, hatte Lehrstühle in Greifswald und dann Wien inne und stand später dem Österreichischen Archäologischen Institut vor. Er veröffentlichte die Celsus-Bibliothek mit ihren Inschriften und datierte viele Theatertexte anhand der Schriftform.

Rudolf Heberdey

Österreichischer klassischer Philologe und Epigraphiker (1864–1936), später Professor in Innsbruck und Graz, der die österreichische Ausgrabung in Ephesos von 1898 bis 1913 leitete. Die Celsus-Bibliothek wurde unter ihm in den Herbstkampagnen 1903 und 1904 freigelegt, und er edierte die dabei gefundenen Inschriften.

Clive Foss

Historiker des byzantinischen und frühislamischen Ostens, 1939 in London geboren, lange Zeit Professor an der University of Massachusetts Boston. Sein Buch Ephesus after Antiquity (1979) gilt weiterhin als Standardwerk zur Stadtgeschichte von der Spätantike bis zur türkischen Stadt und ist hier die Hauptquelle für alles nach der römischen Zeit.

Gerhard Seiterle

Archäologe, der Mitte der 1960er-Jahre für die Zeitschrift des österreichischen Instituts über die lysimachische Stadtmauer schrieb. In einem Aufsatz der Antiken Welt von 1979 vertrat er die These, die ovalen Formen auf der Brust der Artemis Ephesia seien keine Brüste, sondern die Hodensäcke geopferter Stiere – die bekannteste der Alternativdeutungen, bis heute umstritten.

Dieter Knibbe

Österreichischer Althistoriker und Epigraphiker (1934–2015). Ab 1960 dokumentierte er die Inschriften von Ephesos für die österreichische Ausgrabung und beriet sie in historischen Fragen; von 1990 bis 2000 leitete er die Erforschung des Prozessionswegs zum Artemision. Hier zitiert zur Flutgeschichte des Lysimachos und zum Kult im Prytaneion.

Strabon

Griechischer Geograf, der unter Augustus oder Tiberius schrieb, und die auf dieser Seite am häufigsten zitierte antike Quelle. Er nannte Ephesos den größten Handelsplatz Asiens westlich des Tauros, und sein Bericht liefert die früheren Umzüge der Stadt: vom Berghang herab noch unter Kroisos, und später in die neuen Mauern des Lysimachos.

Rick Strelan

Australischer Neutestamentler, Honorarprofessor an der University of Queensland. Sein Buch Paul, Artemis, and the Jews in Ephesus (1996) stellt Paulus’ Aufenthalt in den Kontext der städtischen Kulte und der jüdischen Gemeinde und argumentiert, seine Mission sei kleiner gewesen, als die Apostelgeschichte nahelegt. Hier zitiert zu Artemis und zum Aufruhr in Apostelgeschichte 19.

Fredrick Long

Neutestamentler, Professor für Neues Testament und Leiter der Griechischausbildung am Asbury Theological Seminary in Kentucky, der über die Paulusbriefe und die Städte hinter ihnen schreibt. Er datiert die Ablösung Pergamons als Sitz des Statthalters von Asia durch Ephesos auf 29 v. Chr., während Winfried Elliger dies vager unter Augustus ansetzt.

Panayırdağ

Einer der zwei Hügel, zwischen denen die antike Stadt liegt – in der Antike als Pion bekannt. Lysimachos gründete das neue Ephesos im Tal zwischen ihm und dem Bülbüldağ. An seinem Fuß liegt das Stadion, an seinem Osthang die Siebenschläfer-Grotte.

Sabine Ladstätter

Österreichische Archäologin (1968–2024), die als erste Frau die Ausgrabung in Ephesos leitete und ab 2009 das Österreichische Archäologische Institut führte. Sie arbeitete zu römischer und byzantinischer Keramik sowie zu den Hanghäusern. Ihr Führer zu Hanghaus 2 (2013) und der mit Paul Magdalino herausgegebene Spätantike-Band (2019) werden hier durchgehend genutzt.

Paul Magdalino

Byzantinist, emeritierter Professor für byzantinische Geschichte an der University of St Andrews, der zu Gesellschaft und Kultur des Reiches vom 6. bis 13. Jahrhundert arbeitet. Mit Sabine Ladstätter gab er Ephesos from Late Antiquity until the Middle Ages (2019) heraus, den Band, dem diese Seite für die byzantinischen und türkischen Jahrhunderte folgt.

Joseph von Karabacek

Österreichischer Orientalist (1845–1918), Professor für die Geschichte des Ostens in Wien und Direktor der kaiserlichen Hofbibliothek. Anhand eines Gipsabdrucks entzifferte er 1906 die beschädigte Mitte der Stiftungsinschrift der İsa-Bey-Moschee und las den Monat als Scha’ban – was den 13. Januar 1375 ergibt.

Sasa Bey

Der türkische Befehlshaber, der am 24. Oktober 1304 gemeinsam mit den Aydıniden die Stadt unterhalb des Ayasuluk-Hügels einnahm. Ein Großteil der christlichen Bevölkerung wurde vertrieben, getötet oder versklavt.

Österreichisches Archäologisches Institut (ÖAI)

Die österreichische Institution, die seit 1895 in Ephesos gräbt. Otto Benndorf gründete sie 1898 und wurde ihr erster Direktor; seit 1. Januar 2016 gehört sie zur Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Ihre als Forschungen in Ephesos veröffentlichten Grabungsberichte sind die wichtigste Primärdokumentation der Stätte.

Epiphanius von Salamis

Bischof von Salamis auf Zypern von 367 bis zu seinem Tod 403, Verfasser des Panarion, einer Zusammenstellung der Häresien, denen er widersprechen wollte. Hier zählt vor allem, was er nicht sagt: Im 4. Jahrhundert schreibend, stellte er fest, dass die Schrift Johannes nach Asia schickt, aber nirgends erwähnt, dass Maria ihn begleitete.

Nestorius

Erzbischof von Konstantinopel, abgesetzt durch das Konzil von Ephesos 431. Er nannte Maria die Mutter Christi, nicht aber Theotokos, Gottesgebärerin; das Konzil bekräftigte gegen ihn genau diesen Titel. Hundertachtundneunzig Bischöfe unterzeichneten seine Absetzung noch am ersten Tag der Versammlung.

Papst Leo I.

Bischof von Rom von 440 bis 461. Beim zweiten Konzil von Ephesos 449, das Eutyches rehabilitierte, durften seine Legaten seinen Brief nicht verlesen; Leo nannte die Versammlung danach ein latrocinium, schlicht Räuberei – der Name Räubersynode blieb haften. Chalkedon hob den Beschluss zwei Jahre später auf.

Andreas Pülz

Österreichischer klassischer und christlicher Archäologe (geboren 1960), seit 2024 geschäftsführender Direktor des Österreichischen Archäologischen Instituts. Seit 1991 arbeitet er in Kleinasien zu frühchristlichen und byzantinischen Resten und veröffentlichte 2010 das sogenannte Lukasgrab in Ephesos. Hier zitiert zur Datierung des Verfolgungstors.

Carola Kintrup

Archäologin, spezialisiert auf attische Sarkophage; ihre Münsteraner Doktorarbeit behandelte Exemplare mit Kampfszenen. Für das Österreichische Archäologische Institut katalogisierte sie die attischen Sarkophage aus Ephesos, veröffentlicht 2017. Hier zitiert zu den Sarkophagen und zum wiederverwendeten Marmor in den Mauern von Ayasuluk.

Richard Chandler

Englischer Altphilologe (1738–1810), 1764 von der Society of Dilettanti nach Kleinasien und Griechenland entsandt, Autor von Travels in Asia Minor (1775). In Ayasuluk erkannte er die römischen Reliefs am Verfolgungstor richtig als Achilles und Patroklos, nicht als christliches Martyrium.

Quellen (231)

Jede Quelle wird einmal aufgeführt. Die Zahlen verweisen auf die Angaben, die sie belegen; die Daten zeigen, wann die Quelle zuletzt geprüft wurde.